Georg Friedrich Händels “Samson” bietet sich für ein Begegnungskonzert zwischen den befreundeten Chören der Partnerstädte Brünn und Stuttgart in geradezu idealer Weise an. Denn die Gegenüberstellung von Israeliten und Philistern spiegelt sich in den Chorsätzen des Werkes wider: Der Brünner Philharmonische Chor übernimmt den Part der Philister, während der Stuttgarter Oratorienchor die Chöre der Israeliten ausführt, was die dramaturgische Spannung des Werkes zusätzlich erlebbar macht. Dass der Ort der biblischen Handlung ausgerechnet in Gaza liegt, wo es zu kämpferischer Auseinandersetzung der beteiligten Völker kommt, zeigt düstere Parallelen zur aktuellen dortigen Lage…
Entstehungsdaten zum Oratorium “Samson”
Händel begann mit der Komposition des SAMSON unmittelbar nach der Fertigstellung des Messias, im September 1741. Bereits sechs Tage später beendete er den ersten Akt. Der zweite Akt folgte Anfang Oktober und das gesamte Oratorium stellte Händel am 29. Oktober fertig.
Ende August 1742 überarbeitete Händel den SAMSON von Grund auf. Das Werk war zunächst kürzer konzipiert. Es endete mit der Trauermusik (Nr. 33). Jetzt fügte Händel den triumphalen Abschluss (Nr. 37) hinzu. Obwohl der Aufbau in seinen Grundzügen beibehalten wurde, änderte Händel zahlreiche Einzelheiten und kürzte beispielsweise den Rezitativ-Anteil.
Die erfolgreiche Uraufführung fand am 18. Februar 1743 im Londoner Covent Garden Theatre statt. In den folgenden Jahren wurde das Werk unter Händels Leitung in unterschiedlichsten Besetzungen gespielt. Tatsächlich sind zu Händels Lebzeiten kein einziges Mal alle für den SAMSON geschriebenen Stücke in einer (!) Aufführung verwendet worden.
Zur Aufführung von Händels “geistlichem Drama” am 26. Juli 2026
Wir haben uns für die gekürzte Fassung des Peters-Verlags mit einer nach heutigen Maßstäben abendfüllenden Länge von ca. 90 Minuten entschieden. Sie beinhaltet die meisten Chöre, Arien, Rezitative (manche davon sinnvoll gekürzt) und Duette. Dass das Werk in seiner vollen Ausdehnung deutlich über drei Stunden dauern würde, weitere Solisten zu den fünf Hauptfiguren hinzugenommen werden müssten und diese Fassung auch von Händel nie zur Aufführung gebracht wurde, scheinen uns gute Gründe für die Kürzung zu sein.
Auch wenn es sich um eine konzertante Aufführung handelt, wollen wir mit variablen Auf- und Abtritten der Solisten den Verlauf der Handlung szenisch andeuten und dadurch deutlicher machen. So wird beispielsweise die Solistin, die die Rolle der Dalila verkörpert, erst in dem Moment die „Bühne“ betreten, wenn sie im 2. Akt durch die Figur des Micah angekündigt wird. Micah, der treue Freund Samsons, wird in unserer Aufführung von einem Countertenor und nicht von einer Mezzo-Sopranistin gesungen, was diese Rolle gleichsam „augenscheinlich“ und musikhistorisch „authentisch“ macht. Auch die Beteiligung zweier Chöre trägt zur Klarheit der Gegenüberstellung von Philistern und Israeliten bei. Unser Publikum darf also gespannt sein…
Ausführliche Informationen zur Besetzung und zum Kartenerwerb finden Sie HIER.


