Über die Entstehung der Welt

Proben für „Die Schöpfung“ haben begonnen

Der Stuttgarter Oratorienchor wird in seinem Weihnachtskonzert „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn aufführen. Noch ist ein Einstieg in die Proben möglich. Sie finden freitags von 18.45 bis 21 Uhr in der Schlossrealschule für Mädchen, Schlossstraße 53 statt.

24. September 2010

Das Libretto für Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ beruht
u. a. dem Buch Genesis, das die biblische Schöpfungsgeschichte erzählt. Zahlreiche Kulturen und Religionen führen die Erschaffung der Welt auf Mythen zurück. Aus dem Nichts, dem Chaos, wird die Welt, das Universum und schließlich der Mensch geschaffen. Die meisten Schöpfungsmythen gehen von einer eigenständigen Macht aus, die die Welt geschaffen hat.
Die ältesten dieser Mythen gehen auf die Sumerer zurück. Im Gilgamesch-Epos wird von den Heldentaten des Gilgamesch berichtet. Es thematisiert die Suche nach Unsterblichkeit, die Loslösung von den Göttern, aber auch die Angst vor der Vergänglichkeit des Lebens. Ein weiterer babylonischer Weltschöpfungsmythos, das „Enûma elîsch“, untermauert den babylonischen Anspruch auf die Vormachtstellung in Mesopotamien. Dazu wurde die Stadtgottheit Marduk in die Schöpfungsgeschichte eingebunden.
Auch im antiken Griechenland stehen meist personifizierte Schöpfer am Beginn der Entstehung der Welt. Aus dem Chaos entstanden die Erde und die Liebe (Hesiod). Platon sieht ebenso wie Aristoteles am Beginn der Welt einen göttlichen „Handwerker“ oder „Erstbeweger“. Die philosophische Diskussion der Antike beschäftigt sich mit der Frage, ob die Schöpfung aus dem Nichts entstehen kann oder ob vielmehr gilt: „Ex nihilo nihil fit“ („Aus dem Nichts entsteht nichts“).
In der von Zarathustra gestifteten iranischen Religion schuf der Schöpfergott Ahura Mazda zuerst die geistige und dann die materielle Welt; Ahura Mazda verkörpert die Macht des Lichts, er ist Erhalter der Welt, der Menschheit und der Fruchtbarkeit der Lebewesen.
Zahlreiche Elemente dieser Mythen und Lehren finden sich in der Bibel wieder. Vermutlich während des babylonischen Exils wurde der Satan als Gegenspieler Gottes vom Judentum übernommen, ebenso Engel und die Vorstellung von Himmel und Hölle.



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