Dettinger Te Deum

(HWV 283)

Georg Friedrich Händel (1685–1759)


Missa solemnis

C-Dur (KV 337)

Wolfgang Amadeus Mozart  (1756–1791)


Die vier Jahreszeiten

"Der Sommer"

Antonio Vivaldi   (1678–1741)

Aufführung am

Sonntag, 22. Juli 2012, 19.00Uhr,  Stiftskirche Stuttgart

Solisten: Olga Polyakova, Sopran | Martina Langenbucher, Alt | Daniel Kluge, Tenor | Stephan Storck, Bass | Kathrin Scheytt, Violine
Orchester: Stuttgarter Concertino (Mitglieder des Staatsorchesters Stuttgart)
Leitung: Enrico Trummer

 

König Georg II in der Schlacht von Dettingen, 1743König Georg II. in der Schlacht von Dettingen, 1743
Zeitgenössisches Gemälde


1743 schlug die englische Armee unter König Georg II. in der Schlacht bei Dettingen am Main Frankreich in einer der zahlreichen Schlachten im Zuge des Österreichischen Erbfolgekriegs. Wenige Tage später begann Georg Friedrich Händel mit der Komposition eines Te Deums, das die glückliche Rückkehr aus der siegreichen Schlacht feiern sollte. Die Uraufführung erfolgte beim offiziellen Dankgottesdienst in der Königlichen Kapelle von St. James in London. Neben dem festlichen und zeremoniellen Gestus komponierte Händel in diesem Stück auch tief anrührende Stellen, sodass insgesamt menschliche Gefühle und pompöses Gotteslob harmonisch verknüpft werden. Das Werk wird eröffnet mit Fanfaren, Pauken und Trompeten, später wechseln festliche Jubelchöre und fromm-erhabene Solopartien einander ab. Vor allem in den Chorsätzen sind Anklänge an den „Messias“ deutlich zu bemerken, außerdem soll Händel sich eine Te-Deum-Vertonung Francesco Antonio Urios als Quelle zunutze gemacht haben. Später bediente er sich wiederum bei seinem Dettinger Te Deum für das Oratorium „Joseph und seine Brüder“.
 

A Summer Pastoral. Gemälde von Francois Boucher, 1749A Summer Pastoral. Gemälde von Francois Boucher, 1749

Nur wenige Kompositionen des Barock sind so bekannt wie Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, eine Zusammenstellung von vier Violinkonzerten. Diese Loblieder auf die Natur gelten als  herausragende Beispiele früher Programmmusik. Jedem Konzert ist ein Sonett beigegeben, das Vivaldi mutmaßlich selber verfasst hat. Die lautmalerisch und musikalisch charakteristisch beschriebenen Jahreszeiten bringen das Lebensgefühl der Entstehungszeit und Italiens eindringlich zum Ausdruck. Die Schwüle und Hitze des Sommers wird zunächst in düsterer g-Moll-Stimmung dargestellt, bevor Kuckuck, Taube und Stieglitz wieder Leben in die Natur bringen. Das Gebrumm von Hummeln und Wespen begleitet den verliebten Schäfer, bevor sich die Spannung in einem furios dargestellten Gewitter entlädt.

Sommer
Unter der lastenden Hitze der Sonne
dürsten Mensch und Herde und versengt die Pinie.
Erhebt der Kuckuck die Stimme
und mit ihm singen Taube und Stieglitz.
Der Zephyrwind weht süß, aber auf einmal
bläst ihm der Nord ins Gesicht.
Es klagt der Schäfer überrascht
vom wilden Sturm und seinem Geschick.
Von den Gliedern flieht der Schlaf,
aus Furcht vor Blitz und Donner,
vor Fliegen und Brummern.
Ach, seine Furcht ist nur allzu wahr.
Donner und Blitz und Hagelschauer
vernichten Lavendel und Getreide.

 
Wolfgang Amadeus Mozart, postumes Portrait von Barbara Krafft, 1819Wolfgang Amadeus Mozart, postumes Porträt von Barbara Krafft, 1819

Im Autograph auf März 1780 datiert, ist die C-Dur-Messe KV 337 Wolfgang Amadeus Mozarts letzte vollständige Messvertonung. Die festliche Orchesterbesetzung gab ihr den Beinamen „Missa solemnis“, obwohl ihr strenger kirchenmusikalisch-liturgischer Charakter sie eher als „Missa brevis“ ausweist. Die Messe steht zu Unrecht im Schatten der ein Jahr früher entstandenen Krönungsmesse.
Im Kyrie löst sich Mozart von der traditionellen Dreiteiligkeit und lehnt das Gloria an das Sonatensatzschema an. Dem als Ritornell gesetzten Credo folgt das Benedictus als strenge – von Mozart in seinen Salzburger Messen nur einmal verwendete – Fuge. In poetischer Anmutigkeit endet die Messe mit dem Agnus Dei mit einer Sopran-Arie.