Sonntag, 1. April 2012, Liederhalle Stuttgart, Beethovensaal
Solisten: Rebecca von Lipinski (Sopran) | Martina Langenbucher (Alt) | Alexander Efanow (Tenor) | Teru Yoshihara (Bass)
Orchester: Mitglieder der Stuttgarter Philharmoniker
Leitung: Enrico Trummer
Antonín Dvořák (1841–1904)
Antonín Dvořák komponierte sein Requiem 1890, die Uraufführung fand ein Jahr später in Birmingham statt. Anders als das „Stabat Mater“ oder die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“, die Dvořák aufgrund persönlicher Erlebnisse – der Tod zweier seiner Kinder bzw. seine Erfahrungen in Amerika – komponiert hatte, gilt das Requiem als Auftragsarbeit für das Birmingham Triennal Music Festival. Mit der großen romantischen Besetzung ist es weniger für den Gottesdienst als vielmehr für die Aufführung im Konzert geeignet. Der Komponist hat den ausdrucksvollen lateinischen Text mit höchsten Ansprüchen an die formale Gestaltung musikalisch umgesetzt. Er nutzt die Mittel des Musikdramas ebenso wie kontemplative und lyrische Elemente und zahlreiche Klangfarben. Ein sich durchziehendes musikalisches Motto gibt dem Werk thematische Geschlossenheit, der Text wird mit fein abgestimmten Wendungen und Melodien umgesetzt. Über den musikalischen Erfindungsreichtum Dvořáks sagte Johannes Brahms einmal: „Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder andere die Hauptthemen zusammenklauben.“
